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Skulpturenpark Kramelheide
Ein Gang durch den ungewöhnlichen Skulpturenpark in Kramelheide inspirierte die Künstlerin zu ihrem ungewöhnlichen Projekt. Das Thema, mit dem sich Chung Wan-Lee zur Zeit künstlerisch besonders auseinandersetzt ist die Masse Mensch, wie sie in U-Bahnen, bei Großveranstaltungen, bei Pilgerströmen aus der Distanz als Einheitsorganismus auftritt und andererseits wieder die Individualität, das Bedürfnis und die Sehnsucht des Einzelnen, sich von der Masse abzuheben, etwas ganz Besonderes zu werden.

Das Streben nach einem scheinbar immer höheren Ziel ist fast jedem eigen, ob beruflich, in der Gemeinschaft oder religiös, ob real oder in der Fantasie. Nur die Art der Durchsetzung ist unterschiedlich. Dies zu symbolisieren hat sie weit über hundert kleine Tonfiguren, zum Teil einzeln, manche in Figurengruppen, alle individuell, geschaffen. Zwei Bäume wurden im Skulpturenpark ausgesucht, der eine ist eine Buche, auf deren hellgrau-grünlichem Stamm rote Figuren in nahezu gleichem Abstand etwa 20m empor laufen und der andere Baum ist eine Douglasie, der vor zwei Jahren in wenigen Sekunden ein Blitz ein schmales, 30m langes Stück Rinde abgesprengt hat.

Dieser Gewaltakt wurde damals mit roter Farbe nachgezeichnet. Hier klettern nun etwa fünfzig schwarze Figurengruppen, sich umklammernd, wegstoßend, festhaltend oder auch einzeln zur Spitze des Baumes. Sie können nicht sehen, was sie da oben erwartet, da sie viel zu sehr mit dem Klettern beschäftigt sind. Alle diese Figuren sind, obwohl kleine Hinweis-Schilder dastehen, nicht sofort zu entdecken. Findet man sie aber ist die Überraschung umso größer und neben der Mächtigkeit der Bäume wirken die Ton-Menschen fast ameisenartig. Die beiden Objekte lassen der Interpretation und Fantasie der Besucher viel Spiel-Denkraum.

Ein schwieriger Punkt war die Frage der Montage der Figuren. Die Bäume sollten nicht wesentlich beschädigt werden, die Halterungen mussten so stabil sein, dass sie allen Figuren bei jedem Wetter genügend Halt böten, gleichzeitig sollten sie aber so wenig wie möglich sichtbar sein. Gemeinsam mit der Künstlerin entwickelten wir diese, so dass dann ein professioneller Baumkletterer diese Halterungen mit den Figuren mit wenigen Edelstahlschrauben an den Bäumen befestigen konnte.


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